Schwerin ist Deutschlands kleinste Landeshauptstadt und wurde einst durch Heinrich den Löwen gegründet. Das macht eine der ältesten Städte zugleich zu dem Fixpunkt im Land. Schwerin liegt in einer atemberaubenden Wasserlandschaft, die diese Stadt bis heute prägt. Ein Viertel der Stadtfläche nehmen allein die Seen ein, da wundert es nicht, dass das imposante Schloss ebenfalls auf einer Insel inmitten von Seen gelegen ist.
Das Wahrzeichen von Schwerin ist mit seinen goldenen Türmen auf einer kleinen Insel zuhause. Es scheint so, als wenn das Schloss auf dem Schweriner See schwimmt. Voller Stolz ragt es aus den viertgrößten Seen Deutschlands und beherbergt zugleich eine beeindruckende Galerie verschiedene Ahnen, eine Orangerie, den Prunksaal des Königs und viele andere Zeitzeugen. Einst regierten in diesem Schloss die Herzöge. Heute befindet sich an diesem Standort der Sitz des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern.
Nehmen Sie sich die Zeit und spazieren Sie durch die historischen Straßen von Schwerin. So erblicken Sie in den vielen engen Gassen seine wahre Schönheit. Der gotische Dom ist das älteste Bauwerk der Stadt. Dieser Dom gehört zu den wohl schönsten Backsteinkirchen, die es in Deutschland gibt. Der Turm ist 117 m hoch. Das Gotteshaus wurde 1416 fertiggestellt und ist heute in herausragender Qualität erhalten geblieben.
Die Architektur der Stadt ist geprägt durch den Barock und viele andere historische Stile. Das Rathaus befindet sich direkt gegenüber vom Dom. Die Fassade ist im Tudor Stil gehalten und sieht aus wie ein englisches Schloss. In dem historischen Schwerin ist das englische Schloss ebenso eine Augenweide wie das Postamt und der Bahnhof. Aber auch die modernen Geschäftshäuser im Zentrum der Stadt können sich sehen lassen. Sie schlängeln sich an einer romantischen Uferpromenade entlang.
Schwerin ist geprägt durch seine Kulturschätze. Das mecklenburgische Staatstheater ist gelegen am alten Garten, dem wohl schönsten Fleckchen, das es in Schwerin gibt. Es steht gemeinsam mit der Gemäldegalerie im staatlichen Museum symbolisch für die Kunst- und Musikstadt in Mecklenburg-Vorpommern. An diesen Ort werden viele Events über das Jahr veranstaltet. Zu den bekanntesten gehören die Schlossfestspiele von Schwerin sowie der Schweriner Kultursommer und das Film Festival.
Die erste urkundliche Erwähnung tauchte 1018 als Wendenburg auf. Von Heinrich dem Löwen gab es 1164 das deutsche Stadtrecht. Das macht Schwerin zur ältesten Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich das Stadtgebiet über das Südufer und Westufer hinaus ausgedehnt. So befinden sich heute in Schwerin insgesamt zwölf Seen. Wirtschaftlich ist die Landeshauptstadt durch ihre Technologie-Unternehmen, die im Maschinenbau, in der Konsum-Produktion, die Deutsche Bahn und die Gesundheitswirtschaft ebenso wie durch den Tourismus, die Kultur und Kreativwirtschaft und das Dienstleistungsgewerbe geprägt. Mit seinen 6000 Studenten ist Schwerin auch ein Standort für Hochschulen. So gibt es in der Stadt die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit ebenso wie die Fachhochschule vom Mittelstand und die Design-Hochschule Vitruvius.
Schwerin grenzt im Landkreis Ludwigslust und am Ostufer an verschiedene andere Gemeinden wie Lübesse, Leezen, Klein Roghan und Raben Steinfeld. In Schwerin liegt in der gemäßigten Klimazonen. Im direkten Vergleich zum nordwestlichen Deutschland ist es in Schwerin etwas kühler im Frühjahr, was durch die Nord-Ostwinde bedingt ist. Die Ostsee mildert die Sommerhitze ab - das Gewässer verschönert auch in der Jahreszeit des Herbstes das Wettergeschehen.
Als älteste Stadt der Region wurde Schwerin schon früh besiedelt. So fanden Archäologen bei Ausgrabungen auf dem Marienplatz Werkzeuge, die auf 1000 bis 600 vor Christi zurückgehen. Eine germanische Besiedlung konnte durch den Fund eines Brunnens aus dieser Zeit belegt werden. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge besiedelten dies nach 700 nach Christi für das heutige Schwerin. Berichten zufolge gab es an der Stelle, wo heute die Stadt Schwerin ihren Standort hat, um 965 eine Burg in einem Süßwassersee. Das konnten Ausgrabungen der Schlossinsel bestätigen, denn diese fanden Überreste eines slawischen Burgwalls.
Nach einem Kampf und anschließendem Sieg über Niklot ließ der damalige Herzog von Sachsen die Burg als Außenposten aufbauen. Deshalb sieht man heute in der Geschichtsschreibung das Jahr 1160 als das deutsche Gründungsjahr von Schwerin. Die Verleihung der Stadtrechte erfolgte erst vier Jahre später. Heinrich der Löwe wurde zum Stadthalter von Schwerin und teilte das Land. So wurde aus Schwerin 1167 der Sitz der Grafschaft.
1167 kam der Zisterziensermönch Berno in die Stadt und verlegte seinen Bischofssitz nach Schwerin. Heute ist bekannt, dass sich Schwerin nach Heinrichs Weihe um 1171 zu einem Zentrum für Christianisierung in Mecklenburg entwickelte. Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten und historischen Artefakte erzählen heute eine spannende Geschichte, die weit über die eigentliche Bedeutung als Landeshauptstadt hinausgeht.