Schwerin Friedrichsthal ist ein Ortsteil, der im Nordwesten der Landeshauptstadt gelegen ist. Nördlich grenzt das Stadtgebiet an die Neumühler Seen. Ebenfalls im Norden folgt der Ortsteil Warnitz und östlicherseits Lankow. Schwerin Friedrichsthal ist zugleich der Sitz des barocken Jagdschlosses, das das Wahrzeichen des Stadtteils und der gesamten Stadt ist.
Der hiesige Ortsbeirat setzt sich aus acht verschiedenen Mitgliedern zusammen, deren derzeitiger Vorstand Rolf Bemmann ist. Insgesamt kommt der Ortsteil auf eine Fläche von 4,35 Quadratkilometern. Ausgehend vom Stand 2017 wohnen 3518 Einwohner in Schwerin Friedrichsthal.
Die Eingemeindung zur Landeshauptstadt erfolgte 1936. Die telefonische Vorwahl von Schwerin Friedrichsthal ist die 0385 und die Postleitzahl die 19057. Mit einer relativen Bevölkerungsdichte von 809 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Schwerin Friedrichsthal ein beschaulicher Ortsteil, der eine facettenreiche Natur zu bieten hat.
1722 erhielt der Wirt Joachim Meyer die Erlaubnis, einen Gasthof direkt an die Straße von Lankow zu bauen. Es entstand die Gastwirtschaft mit dem Namen Hellkrug. Bis heute ist der Nachfolgebau der historischen Gastwirtschaft erhalten und wird immer noch als Gastronomie genutzt. Der damalige Name basiert auf dem Teich Hellborn, der sich in direkter Nähe befindet. Die nahe Umgebung und die Gastwirtschaft waren bei den Anwohnern sehr beliebt. Deshalb errichtete der Sohn eines Krugbetreibers im Jahr 1746 in unmittelbarer Umgebung eine Schmiede.
Der Regierungsrat August Georg von Brandenstein pachtete die Gastwirtschaft Hellkrug im Jahr 1790. Sie blieb 24 Jahre unter seiner Pracht. Westlich des Landes errichtete er sich ein Sommerhaus im Stil eines einfachen Fachwerkhauses. 1797 hatte der Großherzog Friedrich Franz I das Fachwerkhaus zu einem Jagdschloss umfunktioniert, was nicht zuletzt an der wildreichen Umgebung von Schwerin Friedrichsthal liegen mag.
Es war auch Friedrich Franz I, der dem Stadtteil am 5. Oktober 1798 den Namen Friedrichsthal gab. Die gesamte Anlage wurde später noch erweitert um zwei Seitenflügel. Außerdem kamen die beiden Cavaliers Häusern hinzu. Sie befinden sich gegenüber vom Schloss auf der anderen Seite. Zusätzlich richtete man damals an der Stelle weitere Häuser für die Meute und die Jägermeister ein. Eine Erweiterung erfuhr das Gebäude 1805, denn in diesem Jahr bekam es ein weiteres Stockwerk. Auch in der Innengestaltung zeigten die Hausbesitzer Format und entschieden sich für eine Tapete aus Paris, auf der eine Jagdszene abgebildet ist. Diese befindet sich seit 1964 im Jagdschloss Friderichsmoor.
Das baufällige Kruggegebäude geht auf eine Erbauung im Jahr 1799-1800 zurück. Allmählich dehnt sich Schwerin auch in die Richtung Blanko aus. So wurde aus der einstigen Dorfstraße eine Chaussee. An dieser Chaussee wurden später Lerchen gepflanzt und immer mehr Villen errichtet. Der Großherzog nutzte sein Jagdschloss sehr wenig. Im Gegenzug stellte er das Gebäude den Bürgern und Vereinen zur Verfügung. Daraufhin folgten Bemühungen, das Schloss zu veräußern, leider ohne Erfolg.
In dem Stadtteil Friedrichsthal entstanden mit Beginn des 20. Jahrhunderts neue Gastwirtschaften und Landhäuser sowie Pensionen. Friedrichsthal ist ein Luftkurort und damit auch ein beliebtes Ausflugsziel für alle Bewohner von Schwerin. Gegenüber vom künftigen Ausflugslokal wurde eine zusätzliche Bahnstation eingerichtet, damit die Schweriner ihr Ausflugsziel einfacher erreichen. Außerdem bildete ein Haltepunkt die Verlängerung der Gartenwege bis zum Wald hin. Die Einwohnerzahl stieg von den einstigen 40 Einwohnern auf 155 - 1933. 1936 folgte die Eingemeindung von Schwerin Friedrichsthal zur Landeshauptstadt.
Seit 1928 ist der Hellkrug ein Hotel, das 1943 zum Schwesternheim umfunktioniert wurde. Zum damaligen Zeitpunkt legte man im Jagdschloss ein Lazarett an. Die SA nutzte das Jagdschloss während der Nazizeit. In diesem Zeitraum entstand an der Waldschlucht ein Bootshaus mit einer angelegten Badeanstalt. Bis 1960 standen Bootshaus und Badeanstalt noch. Dann fielen sie den Schwankungen des Wasserspiegels zum Opfer. Die Pfahlbauten und die gesamten Anlagen vielen in sich zusammen.
1951 wurde das Schloss wieder eröffnet. Nach zehnjähriger Sanierung öffnete die Konsum-Gaststätte Waldblick im Jagdschloss. Seit 1945 wurde es als Tuberkulose-Heilanstalt genutzt. Bis zur Wende war im Jagdschloss ein Altersheim. Ende 2010 wurde das nun leerstehende Gebäude, das stark sanierungsbedürftig ist, an einen Investor übergeben. Dieser plante hier ein Cafe.
Um das Jahr 1994 entwickelte sich rund um den Stadtteil ein weitläufiges Wohngebiet. Durch diese Ansiedlung versuchte man der Flucht der Schweriner aus der Landeshauptstadt entgegen zu wirken und attraktive Wohnflächen zu schaffen. Erste infrastrukturellen Einrichtungen wie zum Beispiel ein Supermarkt und ein Kindergarten kamen in den 2000er Jahren dazu.
Heute liegt Schwerin Friedrichsthal an der Bundesstraße 104. Diese verläuft seit 2007 und Fertigstellung des Bauabschnittes der Umgehungsstraße östlich des Ortsteils entlang. Eine Verbindung zwischen der Landeshauptstadt und dem Stadtteil Friedrichsthal besteht durch die Buslinien 17 und 18. Der nächste erreichbare Bahnhof ist die Bahnstrecke Schwerin Rehna, diese fährt auch noch bis zum Stadtteil Warnitz.